Lausitzrunde fordert faire Rolle in Energiewende| 09.06.2026
Die Kommunen der LAUSITZRUNDE fordern eine stärkere Berücksichtigung der Lausitz beim Umbau der Energieversorgung in Deutschland. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen betonen sie die Bedeutung der Region als Energie- und Industriestandort.
Seit Jahren begleitet die Lausitz den Kohleausstieg aktiv. Nun warnen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Amtsleitungen davor, beim Aufbau neuer Kraftwerkskapazitäten benachteiligt zu werden. Hintergrund ist der Entwurf des Stromversorgungskapazitätsgesetzes (StromVKG), der nach Einschätzung der LAUSITZRUNDE vor allem Süddeutschland stärken könnte.
„Wer die Energiewende ermöglicht, darf nicht zu ihrem Verlierer werden“, heißt es in dem Appell.
Die Kommunen sehen die Gefahr, dass traditionelle Energieregionen wie die Lausitz bei neuen Investitionen ins Hintertreffen geraten. Das widerspreche den Zielen des Strukturwandels und gefährde die Akzeptanz der Energiewende vor Ort.
Gefordert wird daher eine Überarbeitung des StromVKG sowie die gezielte Einbindung bestehender Energiestandorte in der Lausitz.
Denn auch die Standortvorteile sprechen für die Lausitz, darunter bestehende Kraftwerksstandorte und moderne Stromnetze, erschlossene Industrieflächen, Fachkräfte entlang der Energiewertschöpfung und eine hohe Akzeptanz für Industrieprojekte.
Zudem entstehen in der Lausitz zentrale Zukunftsbereiche wie Wasserstoffwirtschaft, Speichertechnologien, klimaneutrale Produktion und digitale Infrastruktur. Mit dem „Net Zero Valley Lausitz“ entwickelt sich die Region zu einem wichtigen Standort für klimafreundliche Industrie in Europa.
Die Kommunen fordern, dass die Lausitz verbindlich beim Aufbau neuer wasserstofffähiger Kraftwerke berücksichtigt wird. Das sei entscheidend für Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und kommunale Einnahmen.
Neben Investitionen drängt die LAUSITZRUNDE auf schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Wichtige Voraussetzungen seien bereits geschaffen, etwa durch vorbereitete Industriestandorte und abgeschlossene Umweltprüfungen.
Die Region verlange keine Sonderbehandlung, sondern eine faire Beteiligung an energie- und industriepolitischen Entscheidungen. Bund und Länder müssten jetzt klare Signale für die Zukunft der Lausitz setzen.
Foto: Kraftwerk Schwarze Pumpe, Archiv