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Protest an der Lausitz Klinik Forst| 18.02.2026
Die Gewerkschaften ver.di, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) und die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) rufen für Freitag, den 20. Februar 2026, gemeinsam die rund 330 Beschäftigte - darunter rund 190 Pflegefachkräfte und rund 60 Ärztinnen und Ärzte der Lausitz Klinik Forst ab 12 Uhr zur aktive Mittagspause vor dem Krankenhaus (Robert-Koch-Straße 35) auf. Sie protestieren damit für den Erhalt der Lausitz Klinik Forst. Bürgerinnen und Bürger der Stadt Forst (Lausitz) sind herzlich eingeladen, sich an der Aktion zum Erhalt des Krankenhausstandortes und gegen eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu beteiligen.
Die Lausitz Klinik Forst GmbH, ein Krankenhaus der Grundversorgung mit rund 209 Planbetten (Landeskrankenhausplan vom 22. Juni 2021), befindet sich zu 49 Prozent in der Trägerschaft der Stadt Forst (Lausitz) und zu 51 Prozent in der Trägerschaft der kommunalen Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH. Die Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH möchte ihre Anteile an das Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin veräußern. Ein Grund für die Verkaufsabsichten ist unter anderem die schwierige wirtschaftliche Lage der Lausitz Klinik in den letzten Jahren.
Die Beschäftigten befürchten, dass sich mit dem Verkauf der Anteile an das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin die Arbeitsbedingungen verschlechtern sollen. So hat der zukünftige Mehrheitseigentümer, das Diakonissenhaus, die Gewerkschaften ver.di und die Ärztegewerkschaft Marburger Bund inzwischen zu getrennten Tarifverhandlungen zur Beschäftigungssicherung durch Lohnabsenkungen aufgefordert.
Die Mitglieder der Gewerkschaften haben sich jeweils in getrennten Versammlungen gegen Lohnabsenkungen ausgesprochen. Schon seit dem Jahr 2003 haben die Beschäftigten durch tariflich geregelte Arbeitszeitreduzierungen ohne Lohnausgleich zum Erhalt des Krankenhauses in Forst beigetragen. In den Jahren 2004 bis 2014 war die wöchentliche Arbeitszeit bei nichtärztlichen Vollbeschäftigten ohne Lohnausgleich zur Beschäftigungssicherung um 5 Stunden (um 12,5 %) und teilweise um 3 Stunden (um 7,5 %) reduziert. In den Jahren 2015 bis 2021 bestand keine Tarifbindung. In dieser Zeit gab es auch keine Tariferhöhungen.
Seit dem 1. Januar 2022 gibt es wieder einen ver.di-Tarifvertrag für die nichtärztlichen Beschäftigten. Mit diesem Tarifvertrag wurde aber nur ein Entgeltniveau in Höhe von damals 92,5 % vom Flächentarifvertrag (TVöD) erreicht. Aktuell liegt das Entgeltniveau in der Pflege seit Juli 2025 nur bei rund 91 % und ab Mai 2026 nur noch bei rund 89 % vom TVöD. Bei den übrigen nichtärztlichen Beschäftigten liegt das Niveau noch um 2 Prozentpunkte niedriger.
Auch bei den ärztlichen Beschäftigten liegt das Lohnniveau unter dem Flächentarifvertrag für die Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern.
Die Gewerkschaften ver.di, Marburger Bund und der DGB fordern den Erhalt der Lausitz Klinik Forst als unverzichtbaren Bestandteil der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, keine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und eine auskömmliche Finanzierung der Krankenhäuser durch Politik und durch die öffentliche Hand.


