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LEAG erhält Zuschläge für sieben neue Kraftwerksblöcke – Lausitz wird zum Standort der Energiewende| 03.11.2026
Die Lausitz erhält eine wichtige Perspektive für die Energieversorgung der Zukunft: Das Energieunternehmen LEAG hat in der ersten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur Zuschläge für sieben neue Kraftwerksblöcke an den Standorten Jänschwalde, Boxberg und Leipheim erhalten. Insgesamt verfügen die geplanten Anlagen über eine Leistung von 3.680 Megawatt, davon entfallen 2.998 Megawatt auf die ausgeschriebene regelbare Kraftwerksleistung. Die neuen Gaskraftwerke sollen künftig insbesondere dann einspringen, wenn Wind- und Solarenergie den Strombedarf nicht ausreichend decken können.
Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt in der Lausitz. In Jänschwalde sind vier neue Gaskraftwerksblöcke mit jeweils 560 Megawatt Leistung vorgesehen, zwei weitere sollen am Kraftwerksstandort Boxberg in Sachsen entstehen. Damit will die LEAG ihr sogenanntes FuelSwitch-Konzept umsetzen und die vorhandene Infrastruktur der bisherigen Kraftwerksstandorte für neue Energietechnologien nutzen. Bestehende Netzanschlüsse, Gebäude und technische Anlagen sollen dabei teilweise in die Neubauten einbezogen werden. Das kann Materialbedarf, Kosten und Bauzeiten reduzieren. Perspektivisch sollen die neuen Kraftwerke zudem für den Einsatz von Wasserstoff vorbereitet sein (H2-ready).
Ein weiteres Kraftwerksprojekt ist in Leipheim in Bayern geplant. Dort betreibt die LEAG bereits seit 2023 ein Gasturbinenkraftwerk zur Stabilisierung des Stromnetzes. In unmittelbarer Nachbarschaft soll nun eine zusätzliche, wasserstofffähige Anlage mit einer Leistung von 320 Megawatt entstehen. Mit dem Projekt in Bayern baut das Unternehmen seine Kraftwerksstrategie auch außerhalb seiner ostdeutschen Kernregionen aus.
Insgesamt plant die LEAG Investitionen von rund 1,5 bis zwei Milliarden Euro für die sieben neuen Kraftwerksblöcke. Nach den Vorgaben der Ausschreibung müssen die Anlagen spätestens bis Ende 2031 in Betrieb gehen. Sie sollen künftig eine wichtige Ergänzung zu erneuerbaren Energien und Batteriespeichern bilden und die Versorgungssicherheit auch in Zeiten geringer Wind- und Solarstromproduktion gewährleisten. Die Projekte sind Teil der von der LEAG entwickelten GigawattFactory, mit der das Unternehmen verschiedene Technologien für eine zunehmend erneuerbare und zugleich verlässliche Energieversorgung miteinander verbinden will.
LEAG-CEO Adi Roesch bezeichnete die sieben Zuschläge als großen Erfolg für das Unternehmen. Besonders die Projekte in Jänschwalde und Boxberg zeigten, wie vorhandene Infrastruktur und langjährige Kompetenzen an den Kraftwerksstandorten für den Umbau der Energiewirtschaft genutzt werden könnten. Die Lausitz bleibe damit ein wichtiger Motor der Energietransformation in Ostdeutschland, so Roesch.
Auch aus Sicht der Beschäftigten haben die geplanten Investitionen eine große Bedeutung. Konzernbetriebsratsvorsitzende Silke Rudolf begrüßte die Entscheidung und verwies auf die Perspektiven für qualifizierte Arbeitsplätze über den Kohleausstieg hinaus. Der Bau und spätere Betrieb der neuen Anlagen könne dazu beitragen, Fachwissen und berufliche Kompetenzen in der Energieregion zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Mit den Zuschlägen erhält die Lausitz damit die Möglichkeit, ihre Rolle als Energieregion auch nach dem Ende der Kohleverstromung fortzuführen. Die geplanten Kraftwerke sollen nicht nur zur Stabilisierung der Stromversorgung beitragen, sondern zugleich neue industrielle Perspektiven an den traditionsreichen Energiestandorten Jänschwalde und Boxberg eröffnen
