Fillmfestival Cottbus

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147 Filme aus 43 Ländern| 15.10.2026

147 Filme aus 43 (Ko-)Produktionsländern, darunter 12 Weltpremieren, sechs internationale Premieren und 58 deutsche Erstaufführungen:

Das FilmFestival Cottbus (FFC) veröffentlicht das vollständige Programm seiner 36. Ausgabe. Vom 3. bis 8. November sind in Cottbus aktuelle Produktionen aus Mittel- und Osteuropa zwischen Drama und Komödie, Thriller, Animation, Dokumentar- und Experimentalfilm zu sehen. Mit der Programmveröffentlichung startet am 15. Oktober auch der Ticketverkauf. 29 Filme gehen in den drei Wettbewerben ins Rennen: zehn im Wettbewerb Spielfilm, 13 im Wettbewerb Kurzfilm und sechs im erstmals ausgetragenen Wettbewerb GenNext. Der neue Wettbewerb präsentiert Filme junger Regisseurinnen und Regisseure, die den Alltag und die Lebenswelten Jugendlicher und junger Erwachsener in den Blick nehmen. Ihre Geschichten erzählen von Freundschaften auf dem Prüfstand, dem Kampf gegen Vorurteile und dem Wunsch, den eigenen Weg zu gehen, auch gegen die Erwartungen von Familie und Gesellschaft. Insgesamt vergibt das FFC Preisgelder im Gesamtwert von rund 52.000 Euro.

Eröffnet wird das 36. FilmFestival Cottbus am 3. November im Staatstheater Cottbus mit ESCAPE NET von Dzintars Dreibergs. Das lettische Drama führt ins Riga der Sowjetzeit und erzählt von der Basketballspielerin Dzidra Uztupe, die um ihre sportliche Karriere kämpft, während ihr im Exil lebender Bruder die Familie politisch verdächtig macht und der KGB sie beobachtet. Von großen Namen bis zu neuen Entdeckungen Cottbus Masters präsentiert neue Filme etablierter Größen des mittel- und osteuropäischen Kinos. Cristian Mungiu, eine der prägenden Stimmen der rumänischen New Wave und Gewinner der Goldenen Palme in Cannes, ist mit FJORD vertreten. Dazu kommen unter anderem Šarūnas Bartas mit BACK TO THE FAMILY und Władysław Pasikowskis schwarzhumoriger Thriller OPERATION POPE über ein geplantes Attentat auf Papst Johannes Paul II. In einer selbstironischen Paraderolle ist darin der polnische Schauspieler Bogusław Linda zu sehen. Hits zeigt Publikumserfolge, die in ihren Produktionsländern bereits die Kinos erobert haben. In ON DRIVE rasen beispielsweise Streetracer durch Charkiw, THE WEDDING macht aus einer kroatisch-serbischen Hochzeit eine turbulente politische Familienkomödie und THE SON OF REVENGE: THE STORY OF KALEVALA bringt die finnische Kalevala-Saga als Fantasy-Abenteuer auf die große Leinwand. Spectrum nimmt aktuelle Lebenswelten und gesellschaftliche Entwicklungen in den Blick, mal ernst, mal mit Humor und quer durch die Genres. POST TRUTH von Alkan Avcıoğlu ist vollständig KI-generiert und verfolgt die Geschichte von Desinformation und Fake News bis ins Mittelalter zurück. Dabei stellt der Film die Frage, was in einer zunehmend manipulierten Medienwelt noch als Wirklichkeit gelten kann. Ganz handfest geht es in der polnischen Komödie HOW TO SURVIVE THE SUMMER HOLIDAYS zu, die von gemeinsamen Campingurlauben erzählt, bei denen das Familienleben und freundschaftliche Absichten zunehmend aus dem Ruder laufen. In EcoEast erzählen sieben Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme vom Verhältnis zwischen Mensch und Natur und den Folgen einseitiger wirtschaftlicher Interessen für Umwelt und Lebensräume. AYDINLAR – WHERE THE WORLD ENDS führt beispielsweise an den fast verschwundenen Aralsee, wo Kinder zwischen Schiffswracks spielen. BALTIC UXO richtet den Blick auf eine weitere ökologische Altlast: Rund 1,6 Millionen Tonnen Munition wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Ost- und Nordsee versenkt. Der Dokumentarfilm macht die bis heute bestehende Gefahr unter der Meeresoberfläche sichtbar.

Für das jüngste Publikum stehen bei Kids im Kino drei Filme auf dem Programm: DER MAGISCHE DSCHUNGEL führt in den venezolanischen Regenwald und KOPFSACHE – DETEKTIVE AUF GANZER LINIE schickt eine Gruppe junger Detektive auf die Suche nach verschwundenen Eltern. Im Märchenfilm DIE PRINZESSIN AUS GLAS bricht der gehörlose Hans auf, um eine gefangene Prinzessin zu befreien. Am Festival-Sonntag wird der Film auch in einer Fassung mit Deutscher Gebärdensprache gezeigt. Hauptdarsteller und Kurzfilmjuror Jason Giuranna ist zum anschließenden Filmgespräch in Cottbus. Hinzu kommen die bereits vorgestellten Schwerpunkte Close-Up: Latvia mit 14 Filmen, View from the Black Mountain: Montenegro Special, die Transformationsreihe Wende und kein Ende?, Heimat | Domownja | Domizna sowie Don’t Call Me Vintage! zum 100. Geburtstag von Andrzej Wajda.

Neu: Der FFC-Kompass weist den Weg durchs Programm Der neue FFC-Kompass bietet erstmals zusätzliche Orientierung bei der Filmauswahl. Unabhängig von Ländern und Sektionen bündelt er thematische Empfehlungen. Zum Start stehen zwei Kategorien zur Auswahl: Crime Nights und Popcorn-Kino. Die Crime Nights empfehlen an jedem Festivalabend einen Krimi oder Thriller. Dazu gehören etwa THE BOG, in dem ein jahrzehntealter Mordfall eine Dorfgemeinschaft gegen den ermittelnden Polizisten aufbringt, und die Vorabpremiere von POLIZEIRUF 110: STALKER. Popcorn-Kino steht für beste Kino-Unterhaltung. Dazu zählen beispielsweise das Oscar-prämierte Animationsabenteuer FLOW und die schwarze slowakische Komödie INVALID, in der sich zwei Freunde in den wilden 1990er-Jahren mit einem verrückten Racheplan gegen die Mafia anlegen. In kommenden Festivalausgaben soll der Kompass mit wechselnden Kategorien immer wieder neue Zugänge zum Programm eröffnen.

Ab 15. Oktober: Programm planen und Tickets sichern Alle Filme, Spielzeiten und Veranstaltungen sind ab 15. Oktober unter filmfestivalcottbus.de abrufbar. Auf der neuen Festivalwebsite lässt sich das Programm nach Sektion, Datum und Spielort filtern; Filme und Veranstaltungen können auf einer persönlichen Wunschliste gespeichert und zum eigenen Festivalplan zusammengestellt werden. Gleichzeitig startet der Ticketverkauf. Im Vorverkauf kostet das Einzelticket 7,50 Euro, das 5er-Ticket 30 Euro; der FestivalPass ist für 85 Euro erhältlich. Für junge Festivalgäste gibt es besondere Angebote: Schülerinnen und Schüler erhalten gegen Vorlage eines gültigen Schülerausweises freien Eintritt zu allen Vorstellungen des Wettbewerbs GenNext.

Am Mittwoch, 4. November, findet zum zweiten Mal der Studi-Tag statt. Studierende können mit gültigem Studierendenausweis an diesem Tag alle FFC-Filmprogramme kostenlos besuchen.