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Richtfest in Kolkwitz: Wiederverwendete DDR-Bauteile schaffen neues Vereinsgebäude| 21.08.2026
Auf dem Kolkwitzer Sportplatz wurde am 20. August Richtfest für ein besonderes Pilotprojekt gefeiert. Neben einem zweigeschossigen Gebäude mit Lager- und Vereinsräumen entstehen Garagen für zwei Kleinbusse sowie ein Tickethaus. Das Besondere: Für den Neubau werden 80 gebrauchte Betonplatten aus einem DDR-Plattenbau in Großräschen wiederverwendet.
Damit wird in Kolkwitz Neuland betreten, erklärt Peter Jähne vom Cottbuser Ingenieurbüro, das sich seit 25 Jahren mit dem Rückbau und der Wiederverwendung von DDR-Platten beschäftigt. Innenteile werden nun als Außenteile eingesetzt, ehemalige Stützen eines Mittelgangs bilden die heutige Galerie. Die bis zu sechs Meter langen und sechs Tonnen schweren Betonplatten erhalten damit eine neue Verwendung.
Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der BTU und Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke, die seit mehr als 30 Jahren die Wiederverwendung von Bauteilen aus abgerissenen Gebäuden erforscht. Gemeinsam mit ihrem Team beteiligt sie sich am europäischen Forschungsprojekt „Re-create“. Dort entwickeln Wissenschaftler Verfahren, Standards und digitale Werkzeuge, um gebrauchte Betonfertigteile künftig systematisch in neuen Bauprojekten einzusetzen. Das Kolkwitzer Vereinsgebäude ist dafür ein sichtbares Beispiel.
Jähne begrüßt die Zusammenarbeit mit der BTU, kritisiert jedoch den bürokratischen Aufwand. Jede der 80 Platten muss beim Einbau heutige europäische Normen erfüllen, die zu DDR-Zeiten noch nicht existierten. Das verlängert die Planung und verteuert die Zulassung. Er hofft deshalb auf vereinfachte Verfahren.
Der Lausitzbeauftragte der Landesregierung, Dr. Klaus Freytag, verwies darauf, dass viele Lausitzer Vereine mangels Räumen auf Container angewiesen seien. Diese könnten nun mit Interesse nach Kolkwitz schauen. Er lobte die Arbeit von Planern und Verwaltung bei der Förderung und Umsetzung des Projekts.
Auch das Richtfest selbst war ungewöhnlich: Den traditionellen Zimmermannsspruch hielt Bürgermeister Karsten Schreiber, da das Gebäude kein klassisches Dach mit Holzbalken besitzt. Er betonte, dass die Betonteile so nicht im Schredder landen, sondern künftig dem Kolkwitzer SV und anderen Vereinen der Gemeinde zugutekommen. Sein Dank galt allen Fördermittelgebern, Planern, Firmen und dem Verein. Für die neuen Räume wünschte er sich, dass die Menschen dort gemeinsam feiern, lachen und etwas bewegen können.
Quelle: Gemeinde Kolkwitz


