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Brandanschlag auf Wohnprojekt „Zelle79“ | 02.07.2026


Laut Informationen der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg, wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „Zelle79“ in Cottbus verübt. Nach Angaben von Bewohnerinnen und Bewohnern warfen zwei bislang unbekannte Personen Brandsätze gegen das bewohnte Gebäude.

Ein Bewohner berichtete, durch ein lautes Geräusch geweckt worden zu sein und anschließend zwei Personen vor dem Haus gesehen zu haben. Diese seien trotz eines Zurufs nicht geflohen, sondern hätten weiterhin mit den Brandsätzen agiert. Menschen befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Gebäude.

Die mutmaßlichen Täter sollen schwarz gekleidet gewesen sein. Eine Person habe eine schwarz-weiß-rote Sturmhaube getragen.

Der Vorfall ereignete sich während der CSD-Aktionswochen in Cottbus. Am Gebäude waren nach Angaben der Bewohner unter anderem eine Regenbogenflagge und ein entsprechendes Plakat angebracht. Zudem habe es ein Banner mit Bezug zu kommunalpolitischen Entscheidungen zum Thema Gendern gegeben.

Ein Sprecher der Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“ wertete den Angriff als politisch motivierte Tat und als Angriff auf queeres Leben in der Stadt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und Tätern dauern an.

Quelle: Initiative Sichere Orte Südbrandenburg
Foto: Fabi Buchholz

Update:

Laut Angaben der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße, handelte es sich bei den benannten Brandsätzen um mehrere Flaschen, welche mit brennbarer Flüßigkeit gefüllt waren. Die allarmierten Beamten konnten einen dadruch entstandenen Kleinbrand in der Nähe des Hauses löschen. Verletzt wurde niemand. Kriminaltechniker sicherten noch in der Nacht Spuren am Tatort. Aufgrund der Tatsache, dass sich zur Tatzeit Personen in dem Haus aufhielten, ermittelt die Polizei zunächst wegen des Verdachts des versuchten Mordes, vorbehaltlich der konkreten Bewertung der Staatsanwaltschaft. Da es sich um ein alternatives Szeneobjekt handelt, hat der Staatsschutz eine gemeinsame Ermittlungsgruppe mit der Mordkommission gegründet. In diesem Zusammenhang werden nicht nur die Schutzmaßnahmen angepasst, sondern auch Videoaufnahmen ausgewertet, die Zeugen gefertigt haben. Nach ersten Zeugenaussagen wurden zwei Personen bei der Tat beobachtet, die wie folgt beschrieben wurden:

Person 1:

· Männlich, etwa 15-20 Jahre alt

· Tätowierung linker Unterarm

· Schwarze Kleidung, kurze Hose

· Schwarz-weiß-rote Sturmhaube

Person 2:

· Männlich, etwa 15-20 Jahre alt

· Schwarz gekleidet, lange Hose, Langarmshirt mit weißem Brustaufdruck

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei um Hinweise:

· Wer hat die Tat beobachtet?

· Wer hat im zeitlichen und örtlichen Umfeld Personen beobachtet, auf die diese Beschreibung zutreffen?

Mit ihren Hinweisen wenden Sie sich bitte an die Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße unter der Telefonnummer 0355 4937-1227 oder an jede andere Polizeidienststelle. Nutzen Sie auch gerne die Möglichkeit, über die Internetwache der Polizei, online einen Hinweis abzugeben.

Quelle: Polizeipräsidium Land Brandenburg