Polizeirevier der Polizeidirektion Süd

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Angriff auf Zelle 79| 08.12.2025

Am Sonntagabend gab es einen erneuten Angriff auf das alternative Hausprojekt Zelle79 in Cottbus.
Der Briefkasten wurde, vermutlich mit einem Feuerwerkskörper, gesprengt. Erst vor gut einer Woche wurde die Fassade des
Jugendclubs Chekov besprüht. Der Vorfall reiht sich ein in eine wachsende Zahl an rechten Angriffen in Südbrandenburg.

Um kurz vor 21 Uhr hörten die Bewohnenden einen lauten Knall, sahen einen gelben Feuerball und rochen Rauch. Bei der Inspektion vom Haus sahen die Bewohnenden den abgesprengten Briefkasten.
Die Metallteile lagen vor dem Gebäude und auf der Straße verteilt. Ein 15 Meter entfernt stehendes Auto auf der anderen Straßenseite wurde durch die Teile beschädigt.

„Ich habe gerade eine Serie geschaut, als der Knall mich vom Bett hochschreckte. Als ich zum Fenster bin, war niemand mehr zu sehen“, berichtet Hausbewohnerin Fabi Buchholz.
Die Polizei wurde verständigt und war ca. 15 Minuten später vor Ort. Es wurde eine Anzeige aufgenommen und Beweise von der Spurensicherung gesichert.

Für Ricarda Budke, Sprecherin der „Initiative Sichere Orte Südbrandenburg“ ist klar: „Erst wenige Tage nach dem Angriff auf den Jugendclub Chekov erleben wir nun wenige Meter entfernt wieder einen
Angriff auf einen Ort, an dem junge Menschen einen Freiraum selbst gestalten. Die Zelle79 ist seit Jahrzehnten für ihre subkulturelle und antifaschistische Arbeit bekannt. Genau deshalb wird das Haus
immer wieder zum Ziel solcher Angriffe. Die zeitliche Dichte dieser Angriffe ist alarmierend.“

Die zu Beginn des Jahres gegründete Initiative vernetzt soziale, politische und (sub-)kulturelle Orte, um sich gegen rechte Angriffe zu schützen. Sie leistet Öffentlichkeitsarbeit sowie politische, praktische und auch
finanzielle Unterstützung für Betroffene. Der Angriff ist Teil einer nicht abreißenden Reihe von Angriffen auf alternative und linke Orte in Brandenburg. Erst in der vergangenen Woche wurde die Fassade des Jugendclubs Chekov mit
sexistischen und queerfeindlichen Parolen wie „Homoschweine“ und „Cottbus bleibt deutsch“ besprüht. Am 2. November wurde der Jugendclub Südclub und der Bunt-Rock e.V. in Lauchhammer beschädigt. Im Mai gab es einen Brandanschlag auf das Hausprojekt Zelle79. Auf den Tag genau vor einem Jahr wurde ein Student vor dem Hausprojekt körperlich angegriffen